SCI-TReCS -  Zentrum für Querschnitt- und Geweberegeneration

SCI-TReCS - Zentrum für Querschnitt- und Geweberegeneration

Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin

Aufgaben der Klinik für SCI-TReCS

Die Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin weist fachspezifisch eine hohe Expertise in der Herstellung und Weiterentwicklung von konventionellen Blutprodukten und Stammzelltherapeutika zur Regeneration des blutbildenden Systems auf (hämatopoetische Stammzellen). Ein Schwerpunkt unserer interdisziplinären Forschungstätigkeit ist die Entwicklung von neuen stammzellbasierenden Therapien zur Anwendung in der regenerativen Medizin sowie deren Testung in klinischen Studien.

Zellherstellung zur klinischen Erprobung

Durch den Aufbau eines GMP-Labors wird es möglich sein, unter Anwendung der von uns bereits etablierten tierserum-freien Zellherstellungsprotokolle mesenchymale und endotheliale Stamm- und Progenitorzellen in entsprechend pharmazeutischen Qualitätskriterien und in ausreichender Menge für klinische Anwendungen zu erzeugen. Es ist unser Ziel, neue Protokolle zu entwickeln, um für Patienten "maßgeschneiderte" und individuelle Zellprodukte bei spezifischen Krankheitsbildern herstellen zu können.

Gepooltes humanes Plättchenlysat (pHPL)

Aus Blutplättchen von gesunden Blutspendern wird an der Transfusionsmedizin "Gepooltes humanes Plättchenlysat (pHPL)" unter Einhaltung der arzneimittelrechtlichen Vorgaben hergestellt. Dieses pHPL hat sich als Wachstumszusatz und damit als Ersatz für das üblicherweise verwendete "Fetale Kälberserum" in Zellkulturen bewährt. Die im pHPL enthaltenen Wachstumsfaktoren, Hormone und Zytokine führen zu einer starken Vermehrung von menschlichen Zellen in Kultur und haben auch Einfluss auf die Zellfunktion. Welche Inhaltsstoffe genau für bestimmte Effekte verantwortlich sein können und wie die Produktion von pHPL optimiert werden kann, sind zentrale Fragen unserer Forschungstätigkeit.

Exosomen

Interaktionen zwischen Zellen können nicht nur durch direkten Zellkontakt, sondern auch indirekt durch Aussenden und Empfangen potenter Substanzen stattfinden. Diese werden entweder frei sezerniert, geschützt in Mikropartikeln von der Zellmembran abgeschnürt oder schon im Zellinneren in Vesikel, so genannte Exosomen, gepackt und abgegeben. Um diese Mechanismen in Zusammenhang mit Geweberegeneration besser zu verstehen, wird untersucht, wie humane Stamm- und Progenitorzellen auf exosomaler Ebene zusammenwirken. Eines unserer Ziele ist die Vermeidung bekannter, direkt von Zellen ausgehenden potenziellen Risiken beim Design innovativer Therapiekonzepte. Die Entwicklung eines letztlich "zell-freien" Therapeutikums, das erwünschte Substanzen aus Stammzellen enthält und einen spezifischen Heilungseffekt induziert, ist ein weiterer Fokus unserer wissenschaftlichen Arbeit.